Ferienverlängerung!

Da es heute geeisregnet und gefroren hat, wurden unsere Ferien nahezu magisch um einen Tag verlängert! Morgen keine Schule! Yay!
Ich werde zwar trotzdem zur Schule zuckeln, aber muss nicht unterrichten. Es kann höchstens passieren, dass ich heimatlose Schüler betreuen darf.
Die Regelung an unserer Schule lautet so, dass Lehrer, die an dem Tag zur ersten Stunde Unterricht haben und in der Stadt wohnen, Anwesenheitspflicht haben und Betreuung/Unterricht für die paar Schüler übernehmen, die zur Schule kommen müssen. Auswertige Kollegen müssen nicht kommen und kriegen max. 4 Minusstunden angerechnet.

Ich wohne zwar am Ort, habe aber nicht zur 1. Stunde. Dank eines vorbereitungsintensiven Fachs kann ich nicht zu Hause bleiben… Es steht ein bisschen was an Vorbereitung für die nächsten Tage an. Daher werde ich im Laufe des frühen Morgens zur Schule schlittern und mich in der Chemiesammlung und am Kopierer rumtreiben. Der Unterricht war zwar schon soweit vorbereitet, aber ein weiterer entspannter Tag stört mich natürlich nicht 😉

Zum Ferienende habe ich dann noch eine Gula aus Fledermausstoff genäht und mit dem Langarmshirt angefangen. Grade Säume bereiten mir noch Schwierigkeiten…aber damit werde ich dann hoffentlich bald fertig. Dann nochmal ein paar Bilder, auch Gula in Kombination mit Rock (weil das gewünscht wurde 😉 ):

IMG-20151228-WA0001
Der Stoff. Ich finde ihn prima!

IMG_20160106_180615693
Einmal in Kombi mit Shorts.

IMG_20160106_180841833

IMG_20160106_180806282
Und kombiniert mit Rock. Ich finds mit Hose allerdings besser.

Advertisements

Elternsprechtage und Ausgleich

In den letzten Wochen waren sie da… die ersten „echten“ Elternsprechtage!

Im Ref habe ich zwar auch schon zwei davon mitgemacht, aber da ich zu dem Zeitpunkt nur Chemie eigenverantwortlich unterrichtet habe, kam kaum jemand: Eine Mutter, die allerdings bei allen war, und ein Elternpaar, das vom Sohn geschickt worden war, damit sie mal was Nettes hören (hat auch geklappt, der Knabe war gut in Chemie!).

Dieses Jahr stand ich als Deutschlehrerin dreier Deutschklassen vor zwei pickepacke-vollen Abenden. Und es war gar nicht sooo schlimm!

Die meisten Eltern scheinen tatsächlich zufrieden mit mir und den Leistungen ihrer Kinder in meinem Unterricht zu sein. Bei den Kindern der 5. Klasse und den zugehörigen Eltern gibt es noch Unsicherheiten, die sich aber in der nächsten Zeit ausschleichen werden.
Es gab überwiegend sehr nette Gespräche mit sehr netten Eltern. Tipps meinerseits, wie ruhigere Schüler sich mehr beteiligen können (Hausaufgaben oder erarbeitete Ergebnisse vortragen, um sich daran „festhalten“ zu können, Aufzeige-Strichlisten führen, etc.), Hinweise der Eltern, was ihren Kindern noch Schwierigkeiten bereitet, gemeinsame Lösungsansätze, rundrum eigentlich sehr nett!

Eine Mutter fiel allerdings sehr aus dieser Rolle. Ich würde ihr Kind falsch einschätzen, ich sei Schuld (zumindest gab sie mir das Gefühl) an Lehrerausfällen und -wechseln, die Prüfungsvorbereitung wäre mies. Puh!
Ich muss zugeben, dass ich der Guten noch nicht so viel entgegen zu setzen hatte. Da fehlen mir einfach noch Erfahrung und Coolness der älteren Kollegen. Ihr das KC unter die Nase zu halten wäre ’ne Lösung gewesen. Oder (apropos Nase) sie darauf hinzuweisen, dass ihr Spross vor allem durch intensives Nasebohren auffällt… im Moment hoffe ich, dass sie auch beim nächsten Elternsprechtag da ist. Dann bin ich vorbereitet! Dieses Mal konnte ich nur mit den Kollegen Sushi essen gehen (Hammer!) und schimpfen. Aber die älteren Semester haben mir freundlicherweise bestätigt, dass die Dame bei jedem erstmal so drauf ist. Na dann!

Als Ausgleich war ich sonst übrigens sehr häuslich. Die große Schwester war da und wir haben tonnenweise Kekse gebacken! Seit unsere Mutter sich in der Vorweihnachtszeit vor ein paar Jahren mal bei einem Treppensturz beide Füße zerlegte und wir damals das Backen für die Familie übernahmen, ist das bei uns Tradition: Zu Beginn der Weihnachtszeit treffen wir uns und backen 4-5 Sorten Kekse (allerdings nur noch für ihren und meinen Bedarf, Mama ist ja wieder fit!). Das ist immer super-anstrengend und super-lustig zugleich! Mehlstaub macht wohl nicht nur Explosionen, sondern auch dösig im Kopf 🙂

Nähen muss ich auch wieder. Hier habe ich noch Bilder der fertigen Sofakissen, die ich zum Ferienende genäht habe.

Außerdem habe ich mir eine Yoga-Hose genäht. Allerdings eher fürs Sofa.. als würde ich Yoga machen 😀

Für den Wolf gibt es was Genähtes zu Weihnachten, das Projekt läuft unter dem Decknamen „Füchschenpullover“ und ist streng geheim! Da müssen noch ein, zwei Abende für dran glauben, denke ich…
Außerdem habe ich noch kuscheligen Sweat-Stoff (Winterrock!) und Wachstuch (Schulbrottüten!). Mal sehen! Wenn ich die Aufsätze der Fünfer durch hab!

Vor-Ferien-Blues

Im Lehrerzimmer summt es immer ein wenig wie im Bienenstock. Ausnahmen sind die 1. Stunde (alle, die nicht zur 1. Stunde Unterricht haben, kommen auch später) und die Stunden nach der 7. Dazwischen ist eigentlich immer einiges los. Stundenvorbereitung, Arbeitsblätter kopieren, mit dem Chef sprechen, den Vertretungsplan kommentieren („Ochnö! Nicht schon wieder!“), Kaffee mit Kollegen trinken, etc.
Im Moment summt es auch, aber es ist ein wenig kommunikatives Summen:

„Leeeeea… wo hab ich dich..“

„Hmm, Niclas…das war…hmmm.“

„Ka-tha-ri-na…ohje.“

„Hach, Yannik, gut, wie immer.“

„Leeeeeeon…

Es ist fast Ferienzeit, das heißt auch: fast Zeugniszeit!

Bis morgen Mittag muss der erste Schwung Noten eingetragen sein. Für jede Klasse gibt es einen Ordner mit Schüler-Bögen. Jeder Lehrer trägt seine Noten da ein und gleicht Arbeits- und Sozialverhalten hab. Seit Anfang der Woche ist das übliche Gesumme mit noch mehr Schülernamen durchzogen als sonst.*
Nächste Woche sind Zeugniskonferenzen. Ich bin gespannt!
Meine Noten stehen, es hat sich auch noch kein Schüler beschwert. Scheint also in Ordnung gewesen zu sein.

Ansonsten sieht man aktuell viele hängende Häupter. Die Zeit vor den Ferien ist nervig. Die Schüler sind kopfmäßig die letzten Wochen erst Fußballtrainer, dann Weltmeister und im Moment Urlauber. Keiner hat mehr Bock auf Unterricht, in jeder Stunde dümpeln sie so vor sich hin. Kein Wunder, dass sich das bei den Lehrern auch bemerkbar macht. Viele greifen aufs nächste Schuljahr vor, beschäftigen sich schon mit neuem Stoff, aber man kommt aktuell kaum an die Schüler ran. Daher: Gebrummel auf allen Seiten. Die Ferien müssen dringend anfangen!
Zwei Wochen to go…

 
*Ja, Lehrer reden natürlich über Schüler. Eine Menge. Manchmal überlegen wir uns Gruppen- und Partnerarbeit, um Mittelstufenschüler zu verkuppeln. Hehe.

Nachtrag zum i-GUB

Ein kurzer Nachtrag zum i-GUB in der 10. Klasse:
Im Entwurf müssen wir ja die Lerngruppe beschreiben. Manchmal, wenn man Schüler hat, die irgendwie auffällig sind, bietet es sich an, das zu erwähnen. Zum Beispiel, dass man die Gruppeneinteilung vorweggenommen hat, weil jemand nur schlecht Anschluss findet. Oder dass man im Musikunterricht jemanden etwas vormachen lässt, weil er dieses und jenes Instrument spielt.
Ich habe einen Schüler erwähnt, der gerne dadurch auffällt, dass er sich für Dinge interessiert, die nur entfernt mit dem Unterricht zu tun haben. Als ich noch hospitiert habe, hat er mich mal darüber ausgefragt, wie das Chemiestudium abläuft, was man dafür können muss, etc. Weil das recht regelmäßig passiert, erschien es mir als sinnvoll, das zu erwähnen.

Heute hat er das mir gegenüber nicht gemacht.

Aber er hat meinen Chemiefachleiter darüber ausgequetscht, wie man Fachleiter wird und was man da so machen muss! Großes Kino 😀

Das Ding mit der Routine

„Ohmann, ich hab gestern bis halb zwei am Rechner gesessen, damit ich den blöden Kurzentwurf für den UB von Herrn Dings fertig kriege…“

-„Ach, keine Sorge, da kriegst du irgendwann Routine, dann geht das schneller.“

… so sprach der Alt-Referendar zum übermüdeten Jung-Referendar.

Das Ding mit der Routine lässt sich in einigen Bereichen tatsächlich beobachten und ist verflixt beruhigend. Wenn ich an die ersten, sehr nervösen Tage und Wochen im Februar denke, ist es jetzt trotz mehr Arbeit viel ruhiger geworden. Einfach, weil viele Dinge routinierter ablaufen.  Das geht schon bei der Planung einfacher Stunden los.
Ich schreib mir für jede Stunde einen Spickzettel, auf dem Tafelbilder, zentrale Inhalte und Impulse stehen. Letztere vor allem, weil ich mich bei Arbeitsaufträgen oder Fragen gerne zu verschwurbelt ausdrücke, wie meine Ausbilder anmerkten. Ich arbeite dran.
Diese Spickzettel entstehen inzwischen in einer Zeit von 20-90 Minuten, je nach Komplexität des Themas. Für die Chemiestunde in der 7. Klasse heute (Reaktion von Marmor und Säure, Massenverlust durch CO2-Entwicklung mit der Waage festgehalten, coole Sache!) habe ich gestern Abend ca 35 Minuten gebraucht. Für die Doppelstunde Kafka letzte Woche im Deutsch-LK etwas mehr als doppelt so lang. Diese Unterschiede sind aber nachvollziehbar. Was bei Marmor und Säure passiert, kann ich ohne Spickzettel erklären, was in Kafkas Parabeln passiert, können die meisten (mich eingeschlossen) auch mit abgeschlossenem Literaturstudium kaum nachvollziehen 😉

Wichtig ist nur, dass ich nicht mehr für jede Stunde, die ich halte, 90 Minuten Vorbereitung brauche. Inzwischen habe ich die groben Stundenstrukturen im Kopf und weiß einigermaßen, welche Phasen wie lange dauern. Das hilft natürlich ungemein und ging wirklich schnell. Es gibt zwar immernoch Stunden, die lange in der Vorbereitung brauchen und trotzdem schief gehen, aber das wird auch die ersten Jahre nach dem Ref noch oft passieren…
Dass es schneller geht mit der Vorbereitung gilt aber nur für Lerngruppen, die ich kenne und in denen ich einen ungefähren Plan habe, wie es weitergehen bzw. wo es hingehen soll. Ich fange just nächste Woche in einer zehnten Klasse an und mach mit denen organische Chemie (Yay übrigens! OC!) und muss da noch einen Plan für mich bis zum Sommer aufstellen. Das wird noch dauern. Wenn ich selbst ein oder zwei Stunden dort gegeben hab und diePlanung bis zum Sommer steht, wird die Stundenplanung selbst weniger Zeit in Anspruch nehmen.

Auch das Unterrichtsgespräch wird routinierter mit der Zeit. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich nicht jede Frage beantworten kann oder muss, sondern auch Fragen an Schüler weitergeben kann und man damit eventuell sogar eine Diskussion anregt. Aber noch bin ich an dem Punkt, an dem Fragen, mit denen ich nicht gerechnet habe, mich völlig aus dem Konzept bringen können.

Beispielsweise: In Klasse sieben geht es ums Thema Zusammensetzung der Luft bzw. Atemluft. Wir beschäftigen uns gerade mit CO2, CO2-Nachweis, etc.
Ein Mädchen zeigt auf und will wissen, wer Helium entdeckt hat, wo das vorkommt, wie das in die Atmosphäre kommt, etc.
Da steht man dann da …

Angeblich wird man auch beim Schreiben eines GUB-Entwurfs routinierter… bei den kleinen Entwürfen, die ja eigentlich nur aus den Lernzielen und einem tabellarischen Stundenablauf bestehen, habe ich das schon gemerkt. Bei den großen Entwürfen werde ich das demnächst mal überprüfen. Am 10.7. findet der nächste GUB statt, diesmal ein informeller. In der erwähnten zehnten Klasse, irgendwas im Bereich Organische Chemie. Die Klasse ist nett, ich mag OC, es gibt da sehr schöne Themen (Gefahr von bodennahem Ozon, FCKWs, zack ist man bei einer Diskussion um Umweltschutz).
Blöd ist nur immer dieser nervige Entwurf… Aber angeblich bekommt man da ja Routine. Sagen die anderen Referendare. Naja.