Was war denn überhaupt los hier? #4

Raffen wir die ereignisreichen letzten Monate (ca das letzte halbe Jahr) so gut es geht zusammen. Zu erledigen war nach der schrAb noch ein GUB und dann das Examen.

Alter Vatter, dieser letzte GUB stand schon wieder unter denkbar schlechten Vorzeichen: Viele ausgefallene Stunden vorher, viel zu wenig Stunden selbst in dem Kurs gehalten, ein Grundkurs mit vielen Abdeckern (also SuS, die in dem Fach keine Abiprüfung machen müssen und daher nur so semimotiviert sind), Thema: Faust.
Ein Traum.

Eigentlich wollte ich zum Zeitpunkt des GUBs schon viel weiter in der Lektüre sein, da aber so viele Stunden ausfielen, hingen wir echt noch ganz am Anfang vom Faust. Thema der Stunde wurde dann der Prolog im Himmel. Und wieder haben die SuS meiner Ausbildungsschule mich nicht hängen lassen, sondern waren die reinsten Engel. Haben toll mitgearbeitet, ihre Ergebnisse toll präsentiert und diskutiert und durch die Möglichkeit, die Ergebnisse selbstständig an die Tafel zu schreiben konnten sich sogar ein, zwei ganz ruhige Schüler beteiligen.
Mal nebenbei: Die SuS meiner Ausbildungsschule waren in den meisten Fällen echt ein Traum. Zugänglich, freundlich, hilfsbereit und haben es vor allem geschnallt, wenn sie sich benehmen mussten. Naja, die meisten. Sie werden mir fehlen!
Zurück zum Thema: Die Rückmeldung zur Stunde war insgesamt ganz in Ordnung, wenn ich mich richtig erinnere.

Kommen wir zu den spannenderen Stunden: Examen!
Im Examen bzw. am Prüfungstag muss ein Prüfling 2 Stunden zeigen, die einzeln nachbesprochen und bewertet werden, und eine mündliche Prüfung von 60 Minuten durchstehen.
Über die müP (ja, auch die wird tatsächlich abgekürzt!) habe ich mir keine Gedanken gemacht. Alle mündlichen Prüfungen, die ich bisher halten musste, liefen recht gut. Da sollte das Examen nicht so die Ausnahme sein.
Die Stunden sind natürlich ein anderes Thema… Machen wir’s kurz: Ich wurde recht dolle zerpflückt.
In der Deutschstunde krankte es am Material, eine Kritik, die ich sogar verstehen kann; die Chemiestunde war laut Prüfern zu anspruchslos. Das finde ich weiterhin eine Frechheit. Die Stunde war gut. Vielleicht nicht so ganz in ihrer Durchführung, aber grundsätzlich war sie gut.
Naja, sei’s drum, die müP lief gut, dementsprechend komme ich noch auf eine zufriedenstellende Note.

Der Examenstag fliegt irgendwie vorbei. Es ist ganz irre, man hat ja selten eine Prüfungssituation, die mehrere Stunden andauert (die armen Juristen mal ausgenommen. Grüße an dieser Stelle!) und in der man quasi durchgehend performen muss. Das Adrenalin rauscht die ganze Zeit, man ist kribbelig und ruhig zugleich, will fertig werden, aber die nächste Stunde nicht halten… es ist erschreckend schnell rum. Nach der müP, die den letzten Teil der Prüfung bildet, konnte ich es kurz nicht fassen.
Die Erleichterung (notenunabhängig) nach dem Bestehen ist unfassbar groß. Es ist ja nicht nur das Ref, das endlich beendet ist. Das Studium ist ja ohne den Abschluss auch nichts wert. Der Tag beschließt also ein etwa 7 Jahre andauerndes Kapitel. Abgefahren, wie fraukleineschwester sagen würde…

Mal ein kurzes Resümee an dieser Stelle: Das Ref hat seine anstrengenden Seiten. Aber das, was jetzt auf mich zu kommt, wird deutlich schlimmer, glaube ich. Ich habe eine volle Stelle an einer Oberschule angenommen. Volle Stelle heißt 25,5 Stunden. Die muss ich alleine planen und halten. Ich muss Klassenarbeiten konzipieren und korrigieren. Das wird wild, Kinder. Aber, und das ist der riesige Vorteil: Es kommen nur noch Leute in meinen Unterricht, die ich einlade. Yeah! Ich wünsche mir das Ref nicht zurück, aber ich habe es nicht als den neunten Kreis der Hölle empfunden.
Auf einem größeren Imageboard schrieb mir jemand einen Tag vor der Prüfung

Try to relax. Do something that gets your mind off it. Enjoy today because tomorrow you ride into hell and come out a teacher.

Er lag sehr richtig. Aber jetzt bin ich Lehrer. Und das wollte ich schon ganz schön lange sein!

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2 Gedanken zu “Was war denn überhaupt los hier? #4

  1. Erstens: Ich bin total neidisch auf deinen Titel. Ich will auch „master of education“ sein! Und zweitens: Das mit dem Stress wird mit der Zeit besser… Irgendwann kann man auch mal spontan brauchbare Stunden…

    • Zum Titel: Es muss eben auch Unterschiede geben 😉
      Dafür war mein Studium viel blöder. Ich finde, da kann es dann wenigstens nen coolen Titel für geben.
      Und das mit dem Stress hoffe ich. Bin schon froh, dass ich teilweise Klassen „doppelt“ machen kann, also zwei mal ne 5. Klasse z.B. Da kann man ja viel einfach planen und doppelt durchführen…zumindest vom groben Verlauf her.

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