Was war denn überhaupt los hier? #2

Portfolio und MUP

Beginnen wir mit dem Portfolio, oder wie ich es gerne nenne: dem räudigen Portfolio.
Das räudige Portfolio ist eine Seminarauflage. Das heißt, es ist in der Prüfungsordnung für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst nicht vorgesehen, in unserem Seminar müssen wir es trotzdem machen. Eigentlich ist es nur ein Den-Fachleitern-nach-dem-Mund-Reden. Das Portfolio ist (bzw. soll sein) eine von uns sukzessiv verfasste, schriftliche Reflexion unserer Ausbildung. So.
Unser Job dabei ist es also einerseits, unsere Stundenpläne, schulische Aktivitäten neben dem Unterricht und selbst gehaltene bzw. besuchte GUBs zu dokumentieren, andererseits sollen wir unseren eigenen Lernfortschritt reflektieren und dabei eigene Schwerpunkte setzen.
Kurz: Es ist vor allem zusätzlicher Aufwand. Die meisten Refs haben in der Zeit, in der das Ding eingefordert wird (im zweiten Ref-Halbjahr) so viel um die Ohren, dass es irgendwann nachts entsteht und ein Produkt von Verzweiflung und Energy-Drink ist.
Ganz so schlimm war es bei mir nicht vor allem, weil ich eine olle Streberin bin und es tatsächlich mehr oder weniger im Verlauf geschrieben hab, aber so richtig sinnvoll fand ich es auch nicht… ich habe eigentlich nur zusammengefasst, was meine Fachleiter mir in den letzten UBs so erzählt haben… das wars. Damit waren auch alle zufrieden. Aber beim Schreiben hatte ich nicht das Gefühlt, so wahnsinnig erhellende Momente zu erleben.
Meine Schwerpunkte waren das Thema Fachsprache, die ich teilweise unsauber verwende bzw. Begriffe bei Schülern voraussetze, die sie noch nicht kennen können, und die Strukturierung der Stunde auf ein zentrales Ziel hin. Ich verliere manchmal die Übersicht, dann wird die Stunde schwammig. In beiden Punkten gelobe (oder eher „gelobte“… ist ja schon ein bisschen her) Besserung.
Ebenfalls abgeben musste ich zwei MUPs. Das ist im Prinzip das Mittelding zwischen „Oh, ich muss noch meine Stunde für morgen planen!!“ und „Also, das folgende Schuljahr hatte ich mir so vorgestellt…“.
Eben eine Mittelfristige UnterrichtsPlanung. Wir müssen in jedem Fach eine abgeben, die dann mit dem FL mehr oder weniger intensiv durchgesprochen wird. Die in Chemie hatte ich ganz früh schon fertig und konnte sie im ersten Quartal schon abgeben. Mir fehlte noch die für Deutsch. In eine MUP gehören zwischen acht und zwölf Schulstunden mit Thema, Inhalten, Lernzielen und Kompetenzen, die in der Stunde oder über einen längeren Zeitraum angesprochen werden sollen. So eine MUP macht tatsächlich Sinn. Sollte man machen, wenn man selbst noch nicht sooo die Übersicht hat, woraus das Halbjahr bestehen soll. Machen auch die meisten ausgewachsenen Lehrer, zumindest in Stichpunkten.
Meine MUP in Deutsch war mit einer Kursleiterin abgesprochen und so geplant, dass ich für ca zwei Wochen ihren Unterricht übernehme. Es waren 10 Stunden, meine ich. Ganz zufrieden war mein Fachleiter damit nicht, die Kritikpunkte konnte ich allerdings auch verstehen, das ist ja immer die halbe Miete.
Zur MUP gehört nebst der Stundenskizzierung mit Lernzielen auch eine Begründung, warum ich diesen Stoff gerade mit dieser Lerngruppe mache. Weil’s im Schul-KC steht ist leider keine ausreichende Begründung…
Nächster Punkt: Hausarbeitsthema finden und eine Hausarbeit schreiben!