Karaoke!

Neulich schrieb ich ja schon von der Zeit vor den Ferien. Die schulfreie Zeit rückt immer näher und die Stunden werden immer entspannter. Heute habe ich in der 10. Klasse, in der ich auch meinen i-GUB hatte, ein sehr hübsches Spiel gespielt: Power-Point-Karaoke.
Es. War. Wundervoll!

Wir hatten sagenhaft viel Spaß!
Das Prinzip ist simpel: Es wird eine Präsentation abgespielt, die man selbst nicht kennt, und man hält aus dem Stehgreif einen Vortrag dazu. Wenn man Bock hat, kann man auch zusätzliche Aufgaben erledigen: Eine Folie pantomimisch darstellen, bestimmte Wörter nutzen oder eben nicht nutzen oder sich spontan Hilfe aus dem Publikum holen. Die Klasse war Feuer und Flamme. Wir haben einige tolle Vorträge gehört, die Präsentierenden waren souverän und …teilweise sehr konsequent. Wusstet ihr zum Beispiel, dass pökeln heißt, in einem Stück Fleisch alle Bakterien mit einem großen Hammer zu vermöbeln? Nasspökeln = Nasser Hammer, Trockenpökeln = trockener Hammer, Spritzpökeln = Wasserdruck.
Auch als Pökeln dann erklärt wurde, blieb er bei seiner Erklärung. Tierisch!
Sehr hübsch war auch die Präsentation, die komplett in Reimen gehalten wurde: „Hier sehr ihr ’n Bild von ’nem Schild…“

Pädagogisch wertvoll (Stichwort: Präsentationskompetenz!) und sehr witzig!

Es gibt übrigens einen kleinen Hoffnungsschimmer für meine Unterrichtsverteilung: Ich war heute beim Chef und habe nachgefragt, ob es möglich wäre, einen Deutschkurs zu teilen. Meine Stunden sind ja eh bezahlt, da kann man mich auch gut als Zweitbesetzung für ’ne Handvoll Abdecker einsetzen. Hab ich kein Problem mit. Aktuell meinte der Chef, dass das durchaus möglich ist, er da aber erst am Anfang des kommenden Schuljahrs zu kommen wird. Also, vielleicht gibts ’nen halben Kurs für mich. Wäre toll! Bei Abdeckern kann ich wenig kaputt machen und hab eigenen Deutschunterricht. Ist ja irgendwie nicht Sinn der Sache, Referendariat zu machen und ein Fach nicht eigenverantwortlich unterrichtet zu haben. Ich reiß mich zwar nicht drum, Deutschklausuren zu korrigieren, aber ich finde, das sollte man im Ref dann doch mal gemacht haben. Also, Daumendrücken ist angesagt!

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Neue Unterrichtsverteilung- Tränen und Ärger

Heute gab es endlich, endlich die lang ersehnte Unterrichtsverteilung für das kommende Schuljahr. Also, die Klassen und Kurse, die wir im kommenden Jahr unterrichten werden.
Endlich.
Mist.

Bis auf einen Mitreferendar sind so ziemlich alle, mit denen ich gesprochen habe, unglücklich damit.
Zu viele Stunden bei den „erwachsenen“ Lehrern (22 statt gewünschten 17) oder zu wenig (10 statt 14) sorgen für großen Unmut und Tränen. Auch, wenn das nach Luxusproblemen klingt, grade zu wenig Stunden sorgen teilweise echt für Probleme. Immerhin werden wir danach ja bezahlt. Zu viele Stunden sind allerdings auch eine große Belastung. Gerade bei Kollegen, die eine Klassenleitung übernommen haben. Man ahnt nicht, wie aufwändig das zum Teil ist! Elternabende, Elterngespräche, nervige Kollegen, Wandertage, Klassenfahrt, etc. Und irgendwie will man ja auch noch nen guten Draht zu seiner Klasse haben. Alles nicht so leicht.

Bei uns Referendaren lief es so mittel. Wie erwähnt, einer ist sehr zufrieden: Er hat genau die Mittelstufenklasse, die er auch gerne wollte, und einen Oberstufenkurs dazu. Sehr schick.
Einem anderen wurden direkt mal zwei Zwölfer aufgebrummt. Das ist ne ganz ordentliche Arbeit, vor allem, wenn man im letzten Halbjahr ist…

Ich behalte meine Chemiechaoten und das wars. Hab leider nichts dazu bekommen. Dabei hätte ich echt gerne Deutsch gemacht. Also, mach ich ja natürlich trotzdem, aber ich würde gerne eine Lerngruppe eigenverantwortlich haben. Das ist ja schon etwas anderes, als betreuter Unterricht. Ich hab einige Ideen für Methoden, die ich gerne umsetzen möchte. Das ist natürlich einfacher, wenn man den Unterricht alleine leitet und sich nicht zwingend absprechen muss. Aber naja, hilft ja nix. Vielleicht frag ich mal bei der Schulleitung nach, ob wir ne Klasse oder nen Kurs aufteilen können. So ist es wirklich doof. Zumal wir ab dem nächsten Halbjahr drei Deutschrefs sind. Die Kollegen rollen sicher schon mit den Augen, weil sie ständig einen von uns an der Backe haben.
Das wird ein Spaß!

Dafür war meine Chemiestunde in meiner 8. Klasse heut witzig. Im Klassenbuch hab ich „Chemie im Alltag“ eingetragen. Es wurde unter anderem getestet, ob es die Menthos-Cola-Fontäne auch gibt, wenn man das im Mund macht. Ja, gibts. Chihihi.

Vor-Ferien-Blues

Im Lehrerzimmer summt es immer ein wenig wie im Bienenstock. Ausnahmen sind die 1. Stunde (alle, die nicht zur 1. Stunde Unterricht haben, kommen auch später) und die Stunden nach der 7. Dazwischen ist eigentlich immer einiges los. Stundenvorbereitung, Arbeitsblätter kopieren, mit dem Chef sprechen, den Vertretungsplan kommentieren („Ochnö! Nicht schon wieder!“), Kaffee mit Kollegen trinken, etc.
Im Moment summt es auch, aber es ist ein wenig kommunikatives Summen:

„Leeeeea… wo hab ich dich..“

„Hmm, Niclas…das war…hmmm.“

„Ka-tha-ri-na…ohje.“

„Hach, Yannik, gut, wie immer.“

„Leeeeeeon…

Es ist fast Ferienzeit, das heißt auch: fast Zeugniszeit!

Bis morgen Mittag muss der erste Schwung Noten eingetragen sein. Für jede Klasse gibt es einen Ordner mit Schüler-Bögen. Jeder Lehrer trägt seine Noten da ein und gleicht Arbeits- und Sozialverhalten hab. Seit Anfang der Woche ist das übliche Gesumme mit noch mehr Schülernamen durchzogen als sonst.*
Nächste Woche sind Zeugniskonferenzen. Ich bin gespannt!
Meine Noten stehen, es hat sich auch noch kein Schüler beschwert. Scheint also in Ordnung gewesen zu sein.

Ansonsten sieht man aktuell viele hängende Häupter. Die Zeit vor den Ferien ist nervig. Die Schüler sind kopfmäßig die letzten Wochen erst Fußballtrainer, dann Weltmeister und im Moment Urlauber. Keiner hat mehr Bock auf Unterricht, in jeder Stunde dümpeln sie so vor sich hin. Kein Wunder, dass sich das bei den Lehrern auch bemerkbar macht. Viele greifen aufs nächste Schuljahr vor, beschäftigen sich schon mit neuem Stoff, aber man kommt aktuell kaum an die Schüler ran. Daher: Gebrummel auf allen Seiten. Die Ferien müssen dringend anfangen!
Zwei Wochen to go…

 
*Ja, Lehrer reden natürlich über Schüler. Eine Menge. Manchmal überlegen wir uns Gruppen- und Partnerarbeit, um Mittelstufenschüler zu verkuppeln. Hehe.

Nachtrag zum i-GUB

Ein kurzer Nachtrag zum i-GUB in der 10. Klasse:
Im Entwurf müssen wir ja die Lerngruppe beschreiben. Manchmal, wenn man Schüler hat, die irgendwie auffällig sind, bietet es sich an, das zu erwähnen. Zum Beispiel, dass man die Gruppeneinteilung vorweggenommen hat, weil jemand nur schlecht Anschluss findet. Oder dass man im Musikunterricht jemanden etwas vormachen lässt, weil er dieses und jenes Instrument spielt.
Ich habe einen Schüler erwähnt, der gerne dadurch auffällt, dass er sich für Dinge interessiert, die nur entfernt mit dem Unterricht zu tun haben. Als ich noch hospitiert habe, hat er mich mal darüber ausgefragt, wie das Chemiestudium abläuft, was man dafür können muss, etc. Weil das recht regelmäßig passiert, erschien es mir als sinnvoll, das zu erwähnen.

Heute hat er das mir gegenüber nicht gemacht.

Aber er hat meinen Chemiefachleiter darüber ausgequetscht, wie man Fachleiter wird und was man da so machen muss! Großes Kino 😀

Wasserstand – Stress vor den Sommerferien

Unser wirklich weiser Seminarleiter, bei dem ich aktuell mein Pädagogikseminar bestreite, sagte am Anfang des Halbjahrs sinngemäß: „Bei Ihnen im Kollegium sprechen sicher alle grade vom schönen langen Halbjahr und wie viel Zeit noch ist. Lassen Sie sich gesagt sein: Vor den Sommerferien wird es nochmal so richtig stressig, auch im Lehrerzimmer!“

Ja, was soll ich sagen: Wie so häufig hatte er völlig recht. Kluger Mensch, dieser Mann.
Gehen wir doch mal durch, was in den letzten Wochen so war und was noch ist.

Unterrichtsbesuche

Seit meinem letzten Eintrag hatte ich einen Besuch in Chemie (Klasse 7), einen Besuch in Deutsch (Leistungskurs, Jahrgang 11) und just heute einen i-GUB in Chemie.
Insgesamt liefen alle Besuche okay, natürlich immer mit Beratung und „das hätten Sie auch soundso machen können“, aber das ist ja Sinn der Sache. Der GUB heute hat echt Spaß gemacht, die Klasse ist ein Traum, die Schüler haben toll mit mir und in Teams gearbeitet, die Auswertungsphase wurde von allen Besuchern als gelungen bewerten. Oh hell, yeah!
Die Klasse hat sich ein fettes Eis verdient!
Kurzfazit: Ich muss an der Tiefe der Stunde arbeiten, Impulse konkreter setzen, Schülerverhalten in der Planung genauer antizipieren. Insgesamt lief es aber gut. Nochmal: Hell, yeah!
Hier ein Nachtrag zur Routine: Ja, das Schreiben geht schneller, die Fachleiter kritteln aber leider nicht weniger…

Ein normaler Besuch in Deutsch steht noch an, kommende Woche Mittwoch. Ich freu mich drauf, der Kurs ist übersichtlich, leistungsstark und (das ist nicht unwichtig!) nett. Und wir besprechen die Todesfuge von Celan. Ein großartiges Stück Text, mit dem man toll arbeiten kann.

Klassenarbeiten und Noten

Meine Chemieklasse in eigener Verantwortung hat ihre erste Arbeit bei mir geschrieben, mehr oder weniger erfolgreich. Die musste also erstellt und korrigiert werden. Gar nicht so einfach… Aber machbar, hab ja aktuell nur eine Klasse eigenverantwortlich. Zeugnisnoten werden noch interessant… Ich verstehe noch nicht wirklich, warum wir in der Mittelstufe noch keine Punkte geben. Wäre deutlich einfach zum Teil. Eine drei ist eben nicht gleich drei. Ich hab einige Kandidaten, bei denen die Benotung eigentlich wirklich auseinanderdriftet, die aber am Ende die gleiche Zahl auf dem Zeugnis stehen haben, weil wir keine Zwischennoten geben dürfen. Das kann doch irgendwie nicht sein.

Exkursionen, mehr Exkursionen

In meiner Chemieklasse hatten wir das Thema Metallherstellung und wir wohnen in recht dichter Nachbarschaft zu einem Stahlwerk. Was liegt da näher als eine Exkursion? Sowas muss allerdings organisiert und beantragt werden. Und man muss mit Kollegen diskutieren, wenn die Klasse zu der Zeit Austauschschüler hat, die aufgrund der Gruppengröße nicht mitkommen können und irgendwie betüdelt werden müssen. Klappt aber alles irgendwie (hoffe ich) und morgen gehts dann ins Stahlwerk. Hooray!

Seminare

Ja, die haben wir ja auch noch. In den Seminaren gehts im Moment um Hausaufgaben, Optimierungsmöglichkeiten in GUB-Entwürfen und Modellvorstellungen in der Chemie. Alles spannenden Themen, trotzdem ist der Seminartag immer wirklich hart. Ich habs dabei noch recht gut, weil meine Seminare immer an einem Tag und nicht über die Woche verteilt sind. Es fällt also immer nur ein Nachmittag aus. In Chemie werden wir uns bald noch um Differenzierungsmöglichkeiten kümmern, das finde ich super. Heute habe ich in meiner Stunde Hilfekärtchen eingesetzt, das klappte solala… Es ist nicht einfach, die zu erstellen und sinnvoll einzusetzen, ich finde die Methode aber toll und würde gerne mehr damit machen. Wird also hoffentlich bald mehr besprochen.
Insgesamt: Ich freue mich auf die Ferien. Tüchtig. Wird auch echt Zeit, so langsam ist die Luft raus. Bei allen. Sowohl bei den Schülern als auch bei den Kollegen sieht man vor allem müde Gesichter. Aber ein paar Stunden müssen noch gehalten werden. So ca. bis nach den Konferenzen… dann gibt’s Fun and Games für alle. Das wäre zumindest schön 😉