Das erste Mal: GUB

So. Inzwischen hatte ich meinen ersten GUB, letzte Woche. Das war alles sehr aufregend. Zumindest, wenn man das zum ersten Mal macht.

Abgelaufen ist es wie folgt: Ich hatte bis zum 20.5., 12:00 Zeit, meinen Entwurf einzureichen. Über den werde ich auch gleich etwas ausführlicher berichten, der ist nämlich das Komplizierte an der Sache.
Am 21.05. hielt ich dann meine Stunde vor… tatsächlich sieben Leuten: Klassenlehrerin, Schulleitung, Pädagoge, Fachleiter Deutsch, Fachleiter Chemie, zwei Referendarskollegen. Wir haben keine offizielle Obergrenze an Mit-Refs, die wir mitnehmen, aber zwei sind okay. Der Besuch von GUBs, auch fachfremd, ist wesentlicher Bestandteil unserer Ausbildung.
Nach der Stunde hatte ich ein paar Minuten Zeit, mir meine eigene Reflexion kurz zu notieren und vorzutragen. Dabei geht es vor allem um vier Punkte:
– Hat sich die Lerngruppe verhalten wie sonst auch? Gab es da Auffälligkeiten?
– Verlief die Stunde so, wie sie geplant war?
– Haben wir das Lernziel erreicht?
– Gibt es Alternativen für den Stundenverlauf, hätte man etwas grundlegend anders machen können?

Nach der Reflexion sagten erst die Referendare was, normalerweise nur nette Dinge übers Lehrerverhalten (man will sich gegenseitig ja nix Böses und die negativen Sachen sagen ja die Fachleiter schon alle 😉 ), der Fachlehrer was zum Schülerverhalten und die Schulleitung ging nochmal aufs Lehrerverhalten ein.
Dann kam der Fachleite, der die Fachkompetenz und Herangehensweise ans Thema beurteilte, und zum Schluss derPädagoge. Waren die Methoden, Impulse und das Verhalten angemessen und professionell genug?
Diese Nachbesprechung dauerte etwa 45 Minuten und wird protokolliert.

Wichtig ist nicht nur die Unterrichtsstunde selbst, sondern auch der vorher verfasste Entwurf. Der besteht aus…

– der Lerngruppenbeschreibung.
– der thematischen Einordnung.
– der Sachanalyse.
– den didaktischen Überlegungen.
– den Lernzielen.
– den methodischen Überlegungen.

Also, im Prinzip standin diesem Entwurf, warum ich was mit wem in dieser Stunde gemacht habe, warum ich es so gemacht habe und was das Ziel dabei war. Daaabei muss man Kompetenzen beachten, die im Kerncurriculum vorgegeben sind, und die Inhalte, die normalerweise im schulinternen Plan stehen.

Ich nehme mal vorweg: Es war nicht perfekt (das ist es nie 😉 ), aber durchaus zufriedenstellend.

Die Stunde lief relativ gut, was vor allem an der starken Klasse lag. Ich bin zwischendurch etwas gesprungen, aber die Klasse war absolut fähig, mir da zu folgen.
Meine Ref-Kollegen waren natürlich Zucker. Es war eine Kollegin dabei, die mit mir angefangen hat, und einer, der schon ein halbes Jahr weiter ist. Gerade der hat sehr viele sehr nette Dinge gesagt. Ich war ganz gerührt.
Gelobt, auch von Fachleitern und Pädagoge, wurde meine angeblich ruhige Art, vor einer Klasse zu stehen. Ich wirke wohl sehr siche rund souverän in dem, was ich tue (ich gebe jetzt das wieder, was mir gesagt wurde! Ich selbst find mich nicht so lässig vor der Klasse 😉 ). Hooray, das ist echt ne gute Sache!
Bemängelt wurde vor allem die nicht genug durchdachte Didaktik im Entwurf, die sich auch auf die Stunde ausgewirkt hat. Noch ist das kein Drama, aber verbessern muss ich mich da auf jeden Fall.
Ich hab mich da zum Teil auf Kompetenzen bezogen, die die SuS erreichen sollen, die nicht nachvollziehbar bzw. etwas sehr frommer Wunsch waren.
Im Moment sehe ich das noch positiv: Das sind Dinge, an denen ich definitiv arbeiten kann und in denen ich mich auch sichtbar verbessern kann.

Mein Pädagoge war erschreckend freundlich… dem trau ich schon fast nicht, so nett war das. Er meinte, ich hätte mich offensichtlich gut in meiner Rolle eingefunden und hätte dafür, dass es der erste GUB war und der auch noch relativ früh lag, eine zufriedenstellende Leistung erbracht.
Eigentlich hat mein Pädagoge den Ruf, etwas gemeiner zu sein… mal sehen, vllt kommt das noch, vllt  war er aber auch wirklich zufrieden.

Den nächsten GUB plane ich im Juli. Vermutlich wird das dann ein informeller GUB, den nächsten offiziellen müsste ich in Chemie in der Oberstufe machen, das hab ich aktuell nicht im Stundenplan. Deshalb könnte es zum Beispiel ein Chemie-i-GUB in der Mittelstufe werden. Aber aktuell liegt das noch nicht fest.
Im Moment bin ich ganz froh, dass ich mich nur noch um normale UBs kümmern muss 😉

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Ein Gedanke zu “Das erste Mal: GUB

  1. Pingback: Nachtrag zum i-GUB | Zwischen Giftschrank und Wörterbuch

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