Müdemüde

Habt ihr euch mal mit (Jung-)Lehrern unterhalten? Alle werden euch sagen „Das Ref war die schlimmste Zeit!“.
Hm. Hmmm. Naja. Ich bin ja noch nicht lange dabei und werde in meinem zweiten Halbjahr vermutlich nochmal anders darüber denken, aber aktuell finde ich es schrecklich anstrengend und aufwändig, aber okay.
Man muss irgendwie damit klarkommen, dass man ständig, dauernd und immer bewertet wird. Jede Woche sitzt ein Ausbildungslehrer, ein Fachleiter, ein Mitreferendar, ein Praktikant, wasauchimmer im Unterricht, guckt sich den Kram an, den man da macht, und sagt einem danach, was alles Kacke war. Das schlaucht.
Jede Stunde, die ich halte, braucht aktuell mindestens eine Zeitstunde Vorbereitung. In Chemie kommt noch dazu, dass ich alle Experimente, die ich durchführen lasse, erst selber teste, damit ich meine SuS nicht in die Luft jage.
Das schlaucht auch, braucht halt Zeit.
Aber, es macht in den meisten Fällen echt Spaß, die Stunden zu halten.
Vor allem, wenn sie klappen 😉

Das, was richtig nervt, ist eigtl das Drumrum. Ich werde den Sonntag Nachmittag z.B. damit verbringen, ein Handout zu erstellen. Hausaufgabe fürs Deutschseminar. Vergangenen Donnerstag war ich den ganzen Nachmittag für Chemie unterwegs, Blockseminar. Kommenden Donnerstag bin ich den ganzen Tag in Hannover, Fortbildung.
Yay.
Dann lieber 3 Doppelstunden in meiner anstrengenden achten Klasse 😉

Also, bisher ist das Ref anstrengend, aber noch nicht die schlimmste Zeit ever. Aber ich werde mich in ca einem halben Jahr nochmal an heute erinnern und eine Bilanz ziehen. Mal sehen, wie es dann aussieht.

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Blogwürdige Sachen

Sobald man einmal in dem System Schule drin ist (von der anderen Seite diesmal), kommt ganz schön viel Arbeit auf einen zu. Die letzten Wochen waren recht wild:
Fachkonferenzen, Personalkonferzen, Unterrichtsbesuche, Gemeinsame Unterrichtsbesuche (nicht meine eigenen, ich hab mir nur welche angeschaut) und natürlich „nebenher“ noch die übliche Stundenplanung. Wenn man das nicht gewöhnt ist: Puh.
Jetzt grade wird es ein wenig ruhiger. Naja, mehr oder weniger.
Neben meiner eigenverantwortlichen Klasse 8 in Chemie mache ich noch eine Einheit zum Szenischen Spiel in der 5. Klasse. In der kuscheligen 9. Klasse laufe ich noch mit, aber unterrichte grade nicht selber. In den nächsten eineinhalb Wochen stehen noch zwei Unterrichtsbesuche an, einer von meinem Deutschfachleiter, einer vom Pädagogen. Letzte Woche war mein Chemiefachleiter da und hat mal in meine 8. Klasse reingeschaut. War wohl nicht so schlimm 😉
Mit denen komme ich auch recht gut voran, die scheinen Chemie gar nicht sooo blöd zu finden zum Teil.

Richtig nervig war dieser Konferenzkram. Ich glaube, das mag keiner, aber man muss es halt machen. Auf der Personalkonferenz wurde ein rigoroses Handy- und Smartphone-Verbot ausgesprochen. Auch in den Pausen haben die Dinger in der Tasche zu bleiben.
Haja. Muss wohl so sein. Es gab offensichtlich Fälle, in denen Unterricht mitgefilmt wurde, das geht natürlich ohne Absprache nicht. Aber ich sehe es irgendwie als Kampf gegen Windmühlen. Was bei den Schülern jetzt das Smartphone ist, waren bei uns Handys und MP3-Player, waren davor Disc- und Walkmans, waren davor Zeitschriften,…
Dass die Dinger im Unterricht nichts verloren haben, ist logisch. Und aktuelle Handys oder Smartphones verfügen blöderweise über die Technik, dass man mit ihnen filmen kann. Dementsprechend ist das komplette Verbot zwar verständlich, aber die Hexenjagd, die während der Konferenz auf die technischen Spielzeuge eröffent wurde, war recht…naja.
Die Schüler wären ja SÜCHTIG nach den Dingern!! Weil die sich aufregen, wenn man es ihnen wegnimmt!! Wer rechnet denn auch mit sowas?!

Ohne Spaß, ich hatte immer recht günstige Handys und habe da auch keinen Wert drauf gelegt. Aber ich wäre auch sauer gewesen, wenn man mir in der Schule mein Bücher weggenommen hätte, die ich in den Pausen gelesen hab. Da hatte ich die Nase genauso viel drin, wie die Schüler aktuell in ihren Smartphones. Beschwert hat sich darüber nie jemand.
Bis auf meinen Mitschüler Juri, der hat mal gefragt, ob ich ein Leseproblem hätte…

Ja, was lerne ich aus den letzten Wochen? Referendariat ist echt mal harte Arbeit und Smartphones sind doof. Aber nicht so doof wie Konferenzen.

Kuschelstunden

Am Donnerstag war die erste Doppelstunde in der erwähnten 9. Klasse, Thema Bewerbung.

Hach.

Hach!

Ich hatte noch NIE so eine freundliche, arbeitswillige und sozial-kompetente Klasse! Als mir gesagt wurde, dass es eine reine Mädchenklasse ist (Zufall! Hängt mit der Wahl der 2. Fremdsprache zusammen), hatte ich schlimme Befürchtungen…
28 Mädels, alle pubertär…Ohje.
Aber es ist traumhaft, in dieser Klasse zu unterrichten! Sowohl Unterrichtsgespräche als auch Gruppenarbeiten und deren Präsentation laufen hervorragend. Die Mädels korrigieren sich sehr konstruktiv und freundlich gegenseitig und diskutieren auf einem unheimlich angenehmen Niveau. Ich möchte nie wieder raus aus dieser Klasse!
Naja, ohne Spaß, ich werd mir die warm halten:
Es ist vorgeschrieben, dass die GUBs (gemeinsamen Unterrichtsbesuche) in Sek. I und Sek II stattfinden. Unter besonderen Bedingungen kann auch eine 10. Klasse als Sek. II angerechnet werden. Immer dann, wenn die Themen, die Arbeitsweisen und das Arbeitsniveau überdurchschnittlich ist. Das ist in dieser Klasse zumindest jetzt schon der Fall.
Für GUBs oder auch Prüfungsunterrichte ideal…
Mein Fachleiter kann leider nicht in die Stunden kommen, die ich da noch halte. Schade, er verpasst was! Der Unterricht macht wirklich viel Spaß, auch, wenn man nur zuschaut. Montag geht es weiter und ich bin gespannt, was ich von den Damen präsentiert bekomme!

In meiner 8. Klasse läuft es recht gut. Die Mitarbeit ist in Ordnung, aber gerne mal unruhig. Liegt an der Klassenzusammensetzung und am Alter. Aber es ist noch nicht so schlimm, dass man davon schlechte Laune kriegen könnte. Die Ergebnisse, mit denen die SuS aufwarten, sind durchaus in Ordnung. Das ist ja erstmal wichtig.

Gerade schreibe ich an meiner MUP (mittelfristige Unterrichtsplanung) in Chemie. Ich hätte dafür zwar eigentlich noch Zeit, will sie aber eigentlich los werden. In der MUP plant man eine kurze Reihe oder Sequenz, die nicht länger als 8 bis 10 Stunden sein soll und schickt sie dem entsprechenden Fachleiter. Die MUPs werden dann im Ausbildungsgespräch nach etwa der Hälfte des Refs besprochen.
Meine MUP für Chemie hatte ich unwissentlich schon angefangen, weil ich früh die Planung über mehrere Wochen im Kopf und auf Papier hatte (kein Kunststück in Chemie, die Vorgaben waren relativ klar). Warum dann nicht schon abgeben?
Mal sehen, ob ich sie am Montag schon einreichen kann…