„UB“s

Heute war es dann soweit: Mein Deutsch-Fachleiter kam in eine meiner Stunden zu Besuch.
Ich glaube, ich schrieb es schon: Die Fachleiter besuchen uns mehr oder weniger regelmäßig. Angestrebt sind ca 8-10 Besuche in 18 Monaten pro Fachleiter. Die Pädagogikfachleiter kommen nur ca 2-4 mal.
Heute war dann Deutsch dran. Die Stunde war angenehm: Thema Worttrennung in einer 5. Klasse, in der ich schon einige Stunden gemacht habe. Lief ganz gut, denke ich. Mir wurde vorher schon gesagt, dass die ersten Besuche der Fachleiter noch sehr sanft ablaufen. Erst im dritten Quartal werden sie fies. Heute gab es dementsprechend recht viel Lob und nachvollziehbare, konstruktive Kritik. Insgesamt also alles wunderbar. Laut Fachleiter habe ich eine ruhige, authentische Art, vor der Klasse zu stehen, was eine gute Grundlage darstellen sollte. Fachlich hatte er kaum etwas zu bemängeln.
Wenn es passt, kommt er direkt nächste Woche nochmal in eine Stunde, diesmal Klasse 9. Sehr angenehmes Klassenklima, aktuell ist das Thema Bewerbungen/Vorstellungsgespräche dran. Da kann man ne Menge draus machen! Mein Fachleiter muss dafür nur Zeit haben. Sonst ist der nächste Besuch erst am 12.3., diesmal dann in Chemie.

Sonst kränkel ich rum. Naja, war zu erwarten: Jeden Vormittag mit Rotznasen verbracht und Freitag in einen fiesenmiesen Hagel-Regenschauer gekommen. Niese und schniefe mir einen ab. Aber noch gehts und meine nächste eigene Stunde ist erst am Mittwoch. Da steht dann Gruppenarbeit und Mindmapping an, da muss ich nicht so viel sprechen, denke ich. Bis dahin halte mich dann mit Tee und Nasenspray über Wasser. Wird schon.
Von den Vertretungsstunden wurde mir übrigens eine abgenommen: Ich habe heute meinem Fachobmann in Chemie mein Leid geklagt und er hat sofort die Initiative ergriffen und will die Klasse jetzt selbst übernehmen. Da hab ich so gar nichts gegen. Sorgt für einen deutlich kürzeren Tag und weniger Stress… Beruhigt mich in meiner gegenwärtigen Gesundheitssituation ungemein 🙂
Böse Zungen könnten jetzt unterstellen, dass ich mich davor drücke. Allerdings ist es so, dass die Vertretungsstunden nicht in meinem Stundenplan auftauchen, nicht vergütet werden und für mich zusätzlichen Aufwand bedeuten. Wenn ich den quasi freiwillig für eine Klasse betreibe, die sich dermaßen daneben benimmt, schieße ich mir selbst ins Knie. Das muss nicht sein, ist ja nicht so, als hätt ich sonst nichts zu tun 😉

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Die dritte Woche: Puh.

Inzwischen sind wir in Woche drei angekommen und es wird anstrengend. Diese Woche sieht/sah bei mir aus wie folgt:
Montag: Drei Stunden Hospitation.
Dienstag: Zwei Stunden Hospitation, eine Stunde Deutsch in Klasse fünf selber gehalten. War okay.
Mittwoch: Zwei Stunden Chemie eigenverantwortlich in Klasse acht (ein Traum!), eine Stunde Deutsch in Klasse fünf mit anwesender Lehrerin. Wuselig.
Donnerstag: Zwei Stunden Hospitation, zwei Vertretungsstunden.
Freitag: Eine Stunde Deutsch mit anwesender Lehrerin.

Die beiden Stunden Chemie in „meiner“ Achten waren super. Wir mussten ein bisschen aus der Stunde vorher wiederholen und ergänzen, das ging aber recht fix. Nächster Teil der Doppelstunde war das Erstellen von Lernplakaten zu verschiedenen Metallen. Die Klasse sollte sich als Hausaufgabe vorbereiten und hat das auch ganz tolle getan! Es gab zehn supertolle Lernplakate und einen sehr angenehmen „Museumsgang“.
Bei dieser Methode werden Bilder/Plakate/etc. im Raum an die Wände gehängt, man geht wie in einem Museum von Plakat zu Plakat und die einzelnen Gruppen stellen vor.
Lief super! Tolle Plakate, tolle Vorträge. Tierisch!

Bisher habe ich zwei Deutschstunden in der fünten Klasse gehalten, eine alleine (weil die Lehrerin unterwegs war), eine mit Lehrerin, die hinten drin saß.
Leider war ausgerechnet die zweite dieser beiden Stunden recht wuselig. Lag nicht nur an mir 😉 Die Klasse kam leider auch zehn Minuten zu spät und hat mich etwas aus meinem zeitlichen Konzept gebracht… Aber die zentralen Sachen haben wir trotzdem geschafft.

Meine beiden Vertretungsstunden heute waren…tja. Die in der Neunten war okay, wir haben Natrium verbraucht. Das war ganz witzig.
Die in der siebten Klasse war der Hass.
Die Klasse war unruhig, nervig und ist vor allem mit blöden Sprüchen aufgefallen. Superätzend, vor allem, wenn man die Klasse kaum kennt. Ich hatte mir einen kleinen Versuch zur Trennung von Stoffgemischen überlegt und entsprechend vorbereitet, aber leider ist das Ganze etwas von der Klasse „sabotiert“ worden.
Ich muss mal sehen, wie das nächste Woche aussieht. Wenn Experimentieren nicht klappt, muss eben Theorie gemacht werden. Find ich selbst auch blöd, lässt sich aber nicht ändern… Im (für sie) schlimmsten Fall, kriegen sie halt einen Text, den sie abschreiben dürfen.

Morgen steht noch eine Stunde in der fünften Klasse an, ich hoffe, die läuft besser als die letzte. Wär schön für die Motivation 😉
Jetzt erstmal Pause…

Vertretungsstunden

Eine Kollegin fällt noch mindestens zwei Wochen aus und hinterlässt zahlreiche Schüler, die dringend in Chemie unterrichtet werden wollen. Heute hatte ich eine 7. und eine 9. Klasse.
Durchs Klassenbuch (wer auch immer sich das ausgedacht hat, danke dafür!!) wusste ich wenigstens ungefähr, welche Themen sie bisher behandelt haben. Aber einfach sind solche Stunden trotzdem nicht.
Naja, eigentlich schon. Es hat zwei Seiten:
Einerseits ist es, wenn man keine Aufgaben bekommt, die die Schüler bearbeiten sollen, ziemlich schnuppig, was man mit ihnen macht. Das ist cool. Grad in Chemie. Ich will ja immernoch die Methan-Mamba ausprobieren…
Andererseits kennt man die Namen nicht, man geht in eine ganz fremde Klasse und es ist immer…spannend, was einen da so erwartet.
Heute waren seltsamerweise die 9.-Klässler deutlich angenehmer zu ertragen als die Kleinen. Eigentlich ist die 9. Klasse die reinste Pest: Völlig pubertär, zu cool für diese Welt. Die heute fühlten sich zwar tierisch cool, waren aber okay dabei.
In beiden Klassen hab ich ein bisschen Sparprogramm gemacht: Rätsel und Übungen zu aktuellen bzw. schon bearbeiteten Themen. Ich gehe davon aus, dass ich nächste Woche wieder das Vergnügen habe. Tja. Und dann?
Nochmal Rätsel? Nochmal Wiederholung? Lehrfilme haben wir in der Chemie kaum… ich muss vielleicht mal meinen Fachobmann fragen, ob der eine Idee hat.
Aber auch Vertretungsstunden erfordern Vorbereitung. Vielleicht nicht ganz so viel, weil man nicht immer ein konkretes Stundenziel hat, aber man möchte ja auch, dass die Klasse was mitnimmt aus der Stunde. Ein bisschen mehr als die Tatsache, dass sie grade bei der coolsten Vertretungslehrerin ever hatten.

Mein Fachobmann hat mich übrigens kurz angezündet heute. Mit Schießbaumwolle (aka nitrierte Baumwolle oder Nitrozellulose), die er auf meiner Hand gezündet hat. Ich wurde nicht verletzt, aber hab mich tüchtig verjagt (was meinen Fachobmann offenbar sehr gefreut hat).

Vielleicht kann ich das in der 9. machen… lustig wärs. Oder doch die Methan-Mamba.

Chemie: 78 Anspitzer

Kommenden Mittwoch steht die zweite Chemie-Doppelstunde in meiner 8. Klasse an. In der letzten haben wir Stoff aus Klasse 7 wiederholt, Stoffeigenschaften, Merkmale einer chemischen Reaktion und natürlich eine Sicherheitsbelehrung. Langweiliger Kram. Nächste Stunde wirds wenigstens etwas praktischer. Die Klasse soll selber kleine Versuche unternehmen. Thema: Eigenschaften verschiedener Metalle. Und grade habe ich eine Mail bekommen, in der mir bestätigt wurde, dass meine 78 Anspitzer verschickt wurden. Yes! Anspitzer! Ohne die wird nämlich die Dichteberechnung von Magnesium echt schwierig…
Um die Dichte zu berechnen, wiegt man einen Gegenstand und misst dann sein Volumen durch Wasserverdrängung mithilfe eines Messzylinders. So weit, so gut. Für Eisen, Aluminium, Kupfer und Zink ist das auch alles kein Problem, da haben wir Würfel, Bleche und Schrauben in der Sammlung. Aber Magnesium haben wir nur in Bandform. Das ist blöd, da ist nämlich der Auftrieb zu hoch und das mit der Messung funktioniert nicht richtig.
Im außerplanmäßigen Chemie-Seminar hatte unser Fachleiter einen super Tip: Es gibt Anspitzer, die aus nahezu reinem Magnesium bestehen! Schraubt man da die Schneide ab, sind die Dinger perfekt für so lustige Dinge wie die Dichteberechnung oder um zu verdeutlichen, dass ein hoher Zerteilungsgrad für eine Verbrennung außerordentlich nützlich ist:
Magnesiumpulver verbrennt sehr flott, Magnesiumband braucht länger, so einen Anspitzer muss man ganz gut anheizen, bis man einen schicken Metallbrand hat. Übrigens: Sollte man nicht zu Hause probieren: Magnesiumbrände lassen sich durch Wasser nicht löschen, das sorgt eher für kleine Explosionen.
Apropos Chemie und Explosionen: Heute hab ich mit einem Chemiekollegen den Thermitversuch ausprobiert. Es war sehr gut, dass wir das gemeinsam gemacht haben, es hat nämlich nicht so richtig funktionier…
Der Ablauf: Eisenoxid, Aluminiumpulver und Aluminiumgries werden vermischt und mithilfe von Magnesium und einer Wunderkerze entzündet.
Folgendes läuft ab:

Eisenoxid + Aluminium -> Eisen + Aluminiumoxid

Leider hat das Gemisch nicht so gezündet, wie es sollte… wir versuchen es in den nächsten Tagen nochmal mit einem etwas anderem Verhältnis (und mehr Magnesium… mehr Magnesium = mehr Wumms! Yay, Wumms!)